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Anerkennung

bso, SGfB, ICF und EMCC im Vergleich: Was die Verbandslabels verlangen

Lesezeit: 5 Minuten · Stand: 30. September 2026

Cover-Card Anerkennung: bso, SGfB, ICF und EMCC im Vergleich – 410 Std. begleiteter Unterricht – bso-Minimum für Lehrgänge (bso · ICF · EMCC · SGfB)
Cover-Card Anerkennung: bso, SGfB, ICF und EMCC im Vergleich – 410 Std. begleiteter Unterricht – bso-Minimum für Lehrgänge (bso · ICF · EMCC · SGfB)

Kurz beantwortet

bso, SGfB, ICF und EMCC sind Verbandslabels, keine staatliche Anerkennung. Der bso verlangt von Lehrgängen mindestens 410 begleitete Stunden, die ICF für das Einstiegslevel ACC 60 Ausbildungsstunden, die EMCC für Foundation 50 Klientenstunden. Die SGfB vergibt den Titel «Beraterin SGfB» nach einem Diplom bei einem ihrer Kollektivmitglieder.

Verbandslabel Coach: Was die vier Verbände unterscheidet

Der Titel Coach ist in der Schweiz nicht geschützt. Wer sich nach einer Qualifikation richten will, landet darum bei Verbänden. Zwei davon sind schweizerisch, der bso und die SGfB, zwei sind international, die ICF und die EMCC. Sie prüfen Unterschiedliches: Die Schweizer Verbände beurteilen vor allem die Ausbildung, die internationalen vor allem die nachgewiesene Praxis. Den Überblick über alle Wege finden Sie im Ratgeber Welche Anerkennung ein Coach wirklich hat.

Die vier Verbände im Überblick
Verband Sitz und Ausrichtung Was geprüft wird Bezeichnung
bso Schweiz; Coaching, Supervision, Organisationsberatung Lehrgang, Praxisstunden, Supervision Mitglied bso
SGfB Schweiz; psychosoziale Beratung Diplom bei einem Kollektivmitglied Beraterin SGfB
ICF international; Coaching Ausbildung, Coaching-Stunden, Prüfung ACC, PCC, MCC
EMCC international; Coaching und Mentoring Praxisjahre, Klientenstunden, Supervision EIA: vier Stufen

bso Anerkennung: Kriterien für Lehrgänge und Mitglieder

Der bso anerkennt keine einzelnen Coaches auf Zuruf, sondern Lehrgänge. Ein Lehrgang trägt das bso-Label, wenn ein Ausbildungspartner die Kriterien erfüllt. Wer den Lehrgang abschliesst und die geforderten Praxisstunden samt Supervisionen nachweist, kann direkt aufgenommen werden. Daneben gibt es die höhere Fachprüfung und die Aufnahme «sur Dossier» für Personen mit gleichwertigem Bildungsweg.

bso: Kriterien für anerkannte Lehrgänge
Kriterium Anforderung
Dauer mindestens zwei Jahre
Begleiteter Unterricht mindestens 410 Stunden
Lehrsupervision verpflichtend
Dokumentierte Praxis mindestens 40 Stunden

Der Jahresbeitrag für Aktivmitglieder beträgt CHF 495, dazu kommt einmalig eine Aufnahmegebühr von CHF 200. Mitglieder in Ausbildung zahlen CHF 330 pro Jahr und bleiben höchstens vier Jahre in dieser Kategorie.

SGfB Beraterin: Fachtitel und Aufnahmeverfahren

Die SGfB versteht sich als Dachverband für psychosoziale Beratung. Sie kennt vier Mitgliedschaften: Kollektivmitglieder, Aktivmitglieder, Mitglieder in Ausbildung und Passivmitglieder. Kollektivmitglieder sind Ausbildungsinstitute und Verbände, deren Beratungsausbildung die Kriterien der SGfB erfüllt. Aktivmitglieder haben ihr Diplom bei einem Kollektivmitglied erworben und dürfen den Fachtitel «Beraterin SGfB» oder «Berater SGfB» führen.

SGfB: Beiträge und Gebühren
Mitgliedschaft Jahresbeitrag Antragsgebühr
Aktivmitglied CHF 210 CHF 300
Aktivmitglied «sur Dossier» CHF 210 CHF 800 (CHF 1’000 bei ausländischen Diplomen)
Mitglied in Ausbildung CHF 100 keine; CHF 250 beim Übertritt zum Aktivmitglied
Kollektivmitglied CHF 1’250 CHF 800

bso und SGfB überschneiden sich, ersetzen sich aber nicht. Der bso stellt das Coaching in den Mittelpunkt, die SGfB die psychosoziale Beratung. Beide führen ein öffentliches Verzeichnis ihrer Mitglieder.

ICF Credential: ACC, PCC und MCC nach Stunden

Die International Coaching Federation vergibt drei Credentials. Sie richten sich nach Ausbildungsstunden und nachgewiesener Coaching-Erfahrung, dazu kommen Mentor-Coaching, eine Prüfung und eine Bewertung der Coaching-Leistung. Die ICF gibt selbst an, dass sich ihre Anforderungen ändern können. Prüfen Sie darum vor einer Bewerbung die aktuellen Hinweise des Verbands.

ICF: Mindestanforderungen je Level
Level Ausbildung Coaching-Erfahrung
ACC mindestens 60 Stunden mindestens 100 Stunden
PCC mindestens 125 Stunden mindestens 500 Stunden
MCC PCC plus mindestens 200 Stunden mindestens 2’500 Stunden

EMCC Akkreditierung: vier Stufen nach Praxis

Die EMCC Global akkreditiert Personen, Ausbildungsprogramme und Anbieter. Für Coaches und Mentoren gilt die Individual Accreditation, kurz EIA. Sie hat vier Stufen. Jede verlangt eine EMCC-Mitgliedschaft, den Nachweis von Weiterbildung, reflektierter Praxis und laufender Einzelsupervision. Die Akkreditierung gilt fünf Jahre.

EMCC: Mindestanforderungen je EIA-Stufe
Stufe Praxisdauer Klientenstunden Klienten
Foundation 1 Jahr 50 5
Practitioner 3 Jahre 100 10
Senior Practitioner 5 Jahre 250 20
Master Practitioner 7 Jahre 500 40

Coach Label vergleichen: worauf es ankommt

Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar. Der bso zählt Ausbildungsstunden, die EMCC zählt Praxisstunden, die ICF zählt beides. Ein Coach kann also mehrere Labels tragen, ohne dass sie dasselbe messen. Fragen Sie deshalb nach dem konkreten Abschluss und danach, ob der Coach regelmässig supervidiert wird. Eine Checkliste dazu finden Sie im Ratgeber Anerkennung prüfen.

Steuerlich ohne Bedeutung

Ein Label verändert den Abzug nicht. Im Silo Abzug lesen Sie, worauf Bund und Kanton bei Coaching-Kosten achten. Was ein Coaching kostet, steht im Silo Kosten; den Weg zum Abschluss zeigt das Silo Ausbildung.

Ist ein bso-, SGfB-, ICF- oder EMCC-Label eine staatliche Anerkennung?

Nein. Alle vier sind Verbandslabels. Staatlich geregelt ist in diesem Feld der eidgenössische Abschluss über die höhere Fachprüfung. Das Label eines Verbands sagt, dass dieser Verband die Kriterien geprüft hat, die er selbst festlegt.

Wie viele Ausbildungsstunden verlangt der bso?

Der bso verlangt von seinen Ausbildungspartnern mindestens zwei Jahre Dauer, mindestens 410 begleitete Stunden, verpflichtende Lehrsupervision und mindestens 40 Stunden dokumentierte Praxis.

Was kostet die Mitgliedschaft bei bso und SGfB?

Beim bso beträgt der Jahresbeitrag für Aktivmitglieder CHF 495 plus einmalig CHF 200 Aufnahmegebühr. Bei der SGfB zahlen Aktivmitglieder CHF 210 pro Jahr plus CHF 300 Antragsgebühr. Massgebend sind die Angaben der Verbände zum Abrufdatum.

Welches ICF-Level braucht ein Coach mindestens?

Die ICF kennt drei Stufen: ACC, PCC und MCC. Für das Einstiegslevel ACC verlangt sie mindestens 60 Stunden Ausbildung und mindestens 100 Stunden Coaching-Erfahrung.

Was bedeuten die vier EMCC-Stufen?

Foundation, Practitioner, Senior Practitioner und Master Practitioner unterscheiden sich nach Praxisjahren, Klientenstunden und Zahl der Klienten. Foundation beginnt bei einem Jahr, 50 Klientenstunden und fünf Klienten.

Kann ich mein Coaching bei einem Coach ohne Label absetzen?

Für den Weiterbildungsabzug zählt der berufliche Zusammenhang der Ausgabe, nicht das Label des Anbieters. Wie Sie Belege und Rubrik handhaben, steht im Ratgeber zum Abzug.

Wo prüfe ich, ob ein Coach wirklich Mitglied ist?

Auf dem öffentlichen Verzeichnis des jeweiligen Verbands. Bei bso und SGfB gibt es ein Beraterverzeichnis. Fragen Sie den Coach zusätzlich nach dem Abschluss und der Zahl der begleiteten Ausbildungsstunden.

Quellen zum Verbandsvergleich

Primärquellen
Quelle Dokument Stand Abgerufen
bso Kriterien und Kosten für Ausbildungspartner laufende Webseite, ohne Datum 30.09.2026
bso Mitgliedschaft: Aufnahmewege, Kriterien und Beiträge laufende Webseite, ohne Datum 30.09.2026
SGfB Formen der Mitgliedschaft laufende Webseite, ohne Datum 30.09.2026
ICF ICF Coaching Credentials laufende Webseite, ohne Datum 30.09.2026
EMCC Global EMCC Global Individual Accreditation (EIA) laufende Webseite, ohne Datum 30.09.2026